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Grünlanddüngung

Ein optimaler Grundfutterertrag setzt hochwertige Pflanzenbestände voraus. Eine bedarfsgerechte, effiziente und standortangepasste Ernährung der Pflanzen erfordert folgende Informationen:

  1. Nährstoffverfügbarkeit des Bodens
  2. Nährstoffentzug des Erntegutes
  3. Nährstoffrücklieferung über Wirtschaftsdünger

Grundnährstoffversorgung:

Die Versorgung des Bodens mit den Grundnährstoffen Phosphor, Kalium, Schwefel und Kalk ist Voraussetzung für die gesunde Entwicklung wertvoller Futterpflanzen. Wichtige Anhaltswerte für den Versorgungsgrad des Bodens mit Pflanzennährstoffen gibt die Bodenuntersuchung. Sie sollte auf Grünland wenigstens alle 4 bis 5 Jahre (alle 6 Jahre lt. DÜVO) durchgeführt werden. Darauf basierend sollte die Düngungsintensität eingestellt werden (siehe Tabelle A). Unterversorgte Flächen (Stufe A+B) ermöglichen keine qualitativ hohen Grundfuttererträge; diese Flächen sollten eine über den Entzug hinausgehende mineralische oder mineralisch-organisch kombinierte Düngergabe erhalten.



Der Nährstoffentzug mit dem Erntegut wird primär durch den Ertrag bestimmt. Um die Erntemenge zumindest näherungsweise festzustellen, sollte man 2 bis 3 Fuhren wiegen und über die Gesamtzahl in Verbindung mit dem TM-Gehalt hochrechnen. Diese überschlägige Berechnung sollte durch regelmäßige Bodenuntersuchungen gegengeprüft werden.

Grundsätzlich kann der Kalibedarf des Grünlandes durch organische Düngung allein nicht gedeckt werden, eine mineralische Kalidüngung ist also unerlässlich. Auf leichteren Standorten sollte besonderes Augenmerk auf die Platzierung der Kaligaben gerichtet werden, da Kali auswaschungsgefährdet ist. Einige Gräser neigen bei hohem Kaliangebot zu Luxuskonsum. Daher sollte die Gesamtkalimenge evtl. in Einzelgaben von jeweils 100 bis 150 kg/ ha K2O aufgeteilt werden. Überhöhte Kali-Einzelgaben können durch den Nährstoffantagonismus die Aufnahme von Magnesium und Natrium behindern. Anzustreben ist ein ausgewogenes K/Na-Verhältnis von 20:1. Das ausgewogenste K/Na-Verhältnis bietet Kainit.

Zur besseren Nährstoffausnutzung sollte die Grunddüngung in der Regel im Frühjahr erfolgen. Auf sorptionsstärkeren Standorten kann aus arbeitswirtschaftlichen Gründen auch eine Teilmenge im Herbst gestreut werden.

Kalkung:

Eindeutige Effekte der Kalkdüngung auf den Grasertrag und vor allem die Futterqualität sind in der Regel erst bei Ausgangs-pH-Werten unter 4,5 vorhanden. Die auch bei höheren pH-Werten vorhandenen positiven Effekte werden oft durch andere Faktoren wie Narbenzusammensetzung und Bodenfeuchte überlagert. Ein niedriger pH-Wert führt zur Festlegung von Bodennährstoffen, wie Phosphor und Molybdän und behindert so die Nährstoffaufnahme. Weiterhin werden toxisch wirkende Spurenelemente (z.B. Aluminium) freigesetzt und führen zu sinkendem Ertrag und Futterwert.

Ernteentzüge, saurer Regen, Auswaschung und physiologisch saure Dünger (z.B. Harnstoff, SSA) zehren am Kalkvorrat des Bodens. Dabei schwankt der Kalkentzug durch das Erntegut je nach Pflanzenbestand, Ertrag und Nutzungstermin in weiter Spanne von etwa 45 bis 150 kg/ha CaO im Jahr. Etwa 140 bis 280 kg/ha CaO werden zusätzlich in jedem Jahr, je nach Niederschlagsverteilung, ausgewaschen. Zusammengefasst kann jährlich mit durchschnittlichen Kalkverlusten in der Größenordnung von 350 kg/ha CaO gerechnet werden. Diese Verluste sind durch gezielte Düngergaben auszugleichen. Zumeist werden die Verluste mehrerer Jahre in einer Kalkgabe zusammengefasst und die Höhe nach einer Bodenuntersuchung ermittelt.

Ein optimaler pH-Wert trägt auch zur besseren Nährstoffausnutzung und Wirtschaftlichkeit der Mineraldüngung bei. Auch verminderte Bodentätigkeit, eingeschränkte Durchlüftung und schlechte Wasserführung können die Folge zu niedrigen pH-Wertes sein und zu reduziertem Wurzelwachstum führen. Alle Wirkungen zusammen verursachen mittelfristig Veränderungen im Pflanzenbestand, so dass sich Kalkmangel indirekt sehr nachhaltig in Qualität und Ertragsvermögen bemerkbar macht. Im Folgenden sind die anzustrebenden pH-Werte, je nach Bodenart, dargestellt:

Stickstoff:

Die richtige Bemessung der Stickstoffdüngung ist komplizierter als die der Grundnährstoffe. Sie orientiert sich an der Leistungsfähigkeit des Pflanzenbestandes und den damit zusammenhängenden jahreszeitlichen Ertragsschwankungen. Sie lässt sich aber nicht ohne weiteres vom Versorgungsgrad des Bodens ableiten. Der Stickstoffhaushalt ist durch zahlreiche Festlegungs-, Freisetzungs- und Umwandlungsvorgänge gekennzeichnet, die maßgeblich durch die Art der Bewirtschaftung, die Versorgung mit Grundnährstoffen und die Witterung beeinflusst werden. Angesichts des Bestrebens, hohe Schlagkraft möglichst effizient einzusetzen, ist es richtig, die besondere Frühjahrswüchsigkeit des Grünlandes durch angemessene N-Düngung zu unterstützen und auf den Flächen hohe Erträge vom ersten Aufwuchs anzustreben. Gleichzeitig wird versucht, in den witterungsbedingten Grenzen durch frühen Schnitt energiereiches, hoch verdauliches Futter zu bergen. In diesem Zusammenhang kommt dem Rohproteingehalt des Aufwuchses besondere Bedeutung zu. Dieser sollte durch die richtige Terminierung von N-Düngung umd frühem Schnitt auf ca. 15 bis 18 % in der Frischmasse eingestellt werden. In der unten stehenden Tabelle ist dargestellt, wie eine Düngestrategie aussehen kann. Dabei sind die Gaben so zu platzieren, dass dem Aufwuchs auch nach dem 2. Schnitt noch genügend Stickstoff zur Verfügung steht, um ein ansprechendes Ertragsniveau zu erreichen. Bei der Wahl der Düngerform ist die physiologische Wirkung der einzelnen Dünger zu berücksichtigen, um den Boden-pH-Wert nicht unnötig zu beeinträchtigen. Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:

Schwefeldüngung:

Der Schwefelbedarf des Grünlandes hat in den letzten Jahren durch Verringerung der Lufteinträge deutlich zugenommen. Aus Versuchen und den Silageanalysen der LUFA lässt sich erkennen, dass viele Standorte einen Schwefeldüngebedarf haben. Der Ertragszuwachs tritt nicht nur im 1. Schnitt, sondern auch in den Folgeschnitten auf. Schwefel ist ein lebenswichtiges Nährelement für Pflanzen und Tier. Er ist u.a. notwendig für den Eiweißaufbau und für die Ausprägung des Aminosäuremusters. Schwefel ist weiterhin Bestandteil von wichtigen Enzymen und Vitaminen. Fehlt der Pflanze Schwefel, so sinkt die Stickstoffausnutzung. Es kommt zu einer Abnahme des verwertbaren Reinproteins, während der Anteil des nicht verwertbaren Proteins ansteigt. Die Schwefelabfuhr mit dem Erntegut kann bei reiner Schnittnutzung bis zu 45 kg/ha betragen. Der Düngebedarf richtet sich im starken Maße nach der Art und Intensität der Bewirtschaftung. Bei hohen Schnittnutzungsanteilen sollte zu jedem Schnitt eine Schwefelgabe von 10 bis 20 kg/ha ausgebracht werden. Aufgrund der Schwefeldynamik im Boden erhöht sich die natürliche Nachlieferung im Vegetationsverlauf. Hieraus ergibt sich, dass die Frühjahrgaben höher ausfallen sollten und im Zeitverlauf abnehmen können.

Wirtschaftsdünger:

Wirtschaftsdünger sind laut Dünge-VO bis zu einer Obergrenze von 170 kg N/ha im Betriebsdurchschnitt zugelassen (230 kg N/ha mit Ausnahmegenehmigung auf Intensivstandorten). Sie spielen auf Grünland eine zentrale Rolle, denn sie sind als Volldünger mit allen notwendigen Spurenelementen anzusehen. Betriebseigene Dünger aus der Viehhaltung schwanken in ihren Nährstoffgehalten in Abhängigkeit von Tierart, Fütterung und Haltungsform. Außerdem entstehen unvermeidbare N-Verluste im Stall, bei der Lagerung, sowie bei der Ausbringung. Da ein Großteil der Nährstoffe in organisch gebundener Form vorliegt, wird eine gezielte, bedarfsgerechte Düngung zusätzlich erschwert. Bei der Berechnung der Düngermengen sind die Gehalte an Grundnährstoffen Dünge-VOtechnisch voll zu veranschlagen. Der Stickstoff ist in Rindergülle zur Hälfte organisch gebunden. Die andere Hälfte ist aus Harnstoff und Harnsäure entstanden und liegt in Form von Ammonium-Ionen und als Ammoniak vor. Die damit unweigerlich zusammenhängenden Ammoniakverluste verteilen sich etwa zu 30 % auf Lagerungsverluste, zu 15 % auf Verluste während der Ausbringung und bis zu 70 % unmittelbar nach der Ausbringung. Um unnötige Nährstoffverluste zu vermeiden und eine effiziente Ausnutzung von Wirtschaftsdüngern zu erreichen, sollten bei deren Ausbringung folgende Hinweise beachtet werden:

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