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Siliermittel


weitere Informationen finden Sie auch auf www.silierung.de

Optimales Anwelken, zügiges Befüllen, richtig Verdichten, perfekt Zudecken, das sind die wesentlichen Voraussetzungen für einen guten Siliererfolg. Der Siliererfolg kann durch den Einsatz von Siliermitteln weiter verbessert und ein Fehlgärungsrisiko ausgeschlossen werden.

Die Notwendigkeit des Siliermitteleinsatzes wird in einigen Regionen Deutschlands nach wie vor diskutiert. Fakt ist jedoch, dass Siliermittel heute wichtige Betriebsmittel sind und in jede Grassilage gehören. Bedingung für eine verbesserte Haltbarkeit der Silage durch Silierhilfsmittel ist, dass diese Siliermittel richtig und gezielt eingesetzt werden. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass die Nährstoff- und Energiekonzentration in behandelten Grassilagen höher ist.

So steigert das biologische Siliermittel Siloferm® die Energiedichte der Grassilage um etwa 0,2 MJ NEL/kg Trockenmasse. Das macht bei 15 bis 20 kg Grassilagefütterung je Kuh und Tag mindestens 1 bis 2 MJ NEL mehr aus. Mehr Energie, die zu mehr Milch führt.

BioCool® hingegen sichert die aerobe Haltbarkeit der Silage, so dass Energieverluste durch Nacherwärmung und Verschimmelung vermieden werden. Der in BioCool® enthaltende Lactobacillus buchneri bildet darüber hinaus 5 bis 7 g Propylenglycol je kg Trockenmasse, was täglichen Aufnahmen von 50 bis 70 g Propylenglycol je Tier und Tag entspricht. Ein weiterer positiver Effekt von BioCool®.

Siloferm® und BioCool® haben unterschiedliche Wirkungsrichtungen. Während die im Siloferm® enthaltenen homofermentativen Milchsäurebakterien wirkungsvoll die erwünschte Milchsäuregärung unterstützen und Fehlgärungen vermeiden helfen, bilden die heterofermentativen Milchsäurebakterien im BioCool® eine Reihe von hefe- und pilzhemmenden Substanzen, was eine bessere aerobe Haltbarkeit der Silage zum Zeitpunkt der

Auslagerung bewirkt. Zu empfehlen ist immer der situations- und problemabhängige Einsatz von Siliermitteln, da nach dem „Gießkannenprinzip“ eingesetzte Siliermittel keinen nachhaltigen Erfolg gewährleisten können. Als Kriterium für die richtige Produktwahl eignet sich der TS-Gehalt des Siliergutes. Unterhalb von 35 % TS empfiehlt sich der Einsatz von Siloferm®. Die natürliche Milchsäuregärung wird gefördert und Fehlgärungen (Buttersäuregärung) vermieden.

Bereits ab 35 % TS steigt das Risiko für Nacherwärmung und Verschimmelung vor allem bei hochwertigen Grassilagen aus Deutschem Weidelgras. Ab diesem TS-Gehalt ist der Einsatz von BioCool® empfehlenswert. Auch ein zu geringer Vorschub in den Sommermonaten erfordert den Einsatz von BioCool®. Die enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen die erwünschte Milchsäuregärung und bilden gezielt hefe- und pilzhemmende Substanzen.

Um das Silagemanagement noch stärker zu optimieren, kann eine sogenannte Sandwich-Silage hergestellt werden. Hintergrund dieser Strategie ist, dass im unteren Bereich eines Silos das Risiko für Nacherwärmung eher gering ist. Demzufolge wird dieser Bereich mit dem homofermentativ wirkenden Siloferm® behandelt. Im oberen Bereich des Silos ist das Risiko für Nacherwärmung deutlich höher. Hier empfiehlt sich eine Behandlung mit dem heterofermentativ wirkenden BioCool®.

Eine Vorgehensweise, die durchaus erfolgreich ist. So werden die Siliermittel gezielt und problemorientiert eingesetzt und die anerkannten Wirkungen „Qualitätsverbesserung und Futterwertsteigerung“ sowie „Vermeidung von Nacherwärmung“ ideal miteinander kombiniert. Die Siliermittel Siloferm® und BioCool® können auf dem Häcksler dosierfertig mitgeführt werden. Das wird durch die AGRAVIS-eigene Dosiertechnik „BioDos ProfiLine“ erleichtert. Derart vorbereitet ist ein fließender Wechsel zwischen beiden Produkten während der Ernte möglich.

Fachgerechter Einsatz von Silofolien – Garant für hohe Futterqualität

Seit mehr als 45 Jahren steht mit Silofolien ein Betriebsmittel zur Verfügung, das in geradezu idealer Weise die unbedingt notwendige Voraussetzung für den Siliererfolg – Luftabschluss – sicherstellt. So werden die optimalen Lebensbedingungen für die Milchsäurebakterien geschaffen, die unter Ausschluss von Luftsauerstoff den Pflanzenzucker zu Milchsäure vergären und damit günstige Konservierungsbedingungen für das Futter garantieren. Auf die Qualität der Silage wirken viele Faktoren: Qualität oder Zusammensetzung des Bestandes, Schnittzeitpunkt oder Häcksellänge, Anwelkgrad oder Verdichtung des Futters – zum Schluss sollte in jedem Falle sorgfältig mit einer Qualitätssilofolie abgedeckt werden.

Struktur und Eigenschaften moderner Silofolien

Neben Breite, Länge und Dicke der Folie, die automatisiert gesteuert werden, muss ein gute Silofolie natürlich die Qualitätsparameter besitzen, die den Gebrauchswert für den Nutzer darstellen, wie UV-Stabilität, mechanische Festigkeitswerte, Säurebeständigkeit und Sauerstoffbarriere.

Siloabdeckung mit System

Der beste Schutz der Silage vor Lufteinflüssen ist der Einsatz eines Systems von aufeinander abgestimmten Produkten. In der Praxis treten vor allem Probleme im Randbereich des Silos auf. Hier lohnt sich trotz des höheren Aufwandes an Arbeit der Einsatz von Rand- bzw. Seitenwandfolien. Gerade, weil in diesem Bereich oft die Verdichtung schwer zu gewährleisten ist, sollten alle Möglichkeiten zur Vermeidung von zusätzlichem Sauerstoffeintritt in den Futterstock genutzt werden.

Im oberen Bereich des Silostocks wird häufig stärker angewelktes Futter aufgebracht. Dadurch und durch fehlendes Eigengewicht des Futters ist hier der Luftanteil im Futter deutlich höher als in tieferen Bereichen. Hinzu kommt eine ziemlich unebene Oberfläche, z.B. durch Schlepperspuren. Die 0,150 oder 0,200 mm dicke Silofolie ist einfach zu steif, um diese kleinen Unebenheiten ausgleichen zu können. Eine 0,040 mm dünne Unterziehfolie schafft Abhilfe. Sie schmiegt sich an die Ober- fläche an und durch die Feuchtigkeit des Siliergutes wird diese dünne Folie regelrecht in die „Täler“ gesaugt, so dass optimale Existenz- und Arbeitsbedingungen für Milchsäurebakterien entstehen. Über diese Unterziehfolie wird die übliche Qualitäts-Silofolie gebreitet, darauf kommt zum Schutz vor Vögeln und Kleintieren ein Siloschutzgitter, das gleichzeitig die Folien ganzflächig beschwert. Dieses Gitter sollte mit Gewebesäcken fixiert werden, die mit Kies gefüllt sind, sich dadurch der Oberfläche des Futterstockes gut anpassen und weniger Feuchtigkeit aufnehmen als Sandsäcke. Etwa alle 4 bis 5 m sind Querbarrieren aus Kiessäcken zu legen, um das Einpumpen von Luft nach Anschnitt des Silos zwischen Futter und Folie zu verhindern, welches zu oberflächiger Schimmelbildung führen kann. Überhaupt sind Kiessäcke, auch wenn sie zunächst angeschafft werden müssen, den Reifen unbedingt vorzuziehen. Mit Reifen gelingt es auf Grund ihres Querschnittes einfach nicht, die Silofolie so zuverlässig abzudichten, wie es für die optimale Silierung notwendig ist. (Wo die Rundungen der Reifen aneinander liegen, ist die Folie lokal nicht richtig beschwert, so dass es zum Luftaustausch kommen kann und das Futter verderben kann.) Zwischen den Reifen kommt es oft zu Hitzeschäden an Folie und Silage, weil sich hier die von der Sonne aufgeheizte Luft staut.

Kosten-/Nutzenbetrachtung

Selbstverständlich verursachen alle diese Betriebsmittel Kosten. Aber man muss sich einmal vorstellen, dass unter einer Folie von 10 m x 50 m, also 500 m², durchaus bis zu 1.500 m³ Futter mit einem Wert um 35.000 € ein Jahr sicher lagern sollen. Die Kosten für den erstmaligen Erwerb der notwendigen Abdeckmaterialien zur fachgerechten Lagerung der Silagen liegt bei 1.250 €, für die nächsten 10 Jahre ist dann nur noch neue Folie im Wert von 200 € nachzukaufen. Der Aufwand liegt damit unter ein Prozent des Futterwertes und hat sich durch die Vermeidung von Silageverlusten und durch höhere Leistung der Tiere innerhalb kürzester Zeit amortisiert. Undefinierbare Billigprodukte von nicht erkennbaren Herstellern, die vielleicht 1 bis 2 Cent je Quadratmeter, also 5 bis 10 € pro Rolle, weniger kosten, beinhalten, wie in der Praxis häufig schon erlebt, unkalkulierbare Risiken für das zu schützende Futter. Unsere Erfahrungen besagen, dass eine Silofolie minderer Qualität bis zum Verderb des Futters für ein ganzes Jahr und zu enormen Verlusten an Arbeitszeit und Geld führen kann.

Ausblick

Der empfohlene Verbrauch (Vorschub) beträgt 1,5 m je Woche im Winter und 2,5 m je Woche im Sommer, um ständig hochwertige Silage für die Tierernährung zur Verfügung zu haben. In überbreiten Siloanlagen ist häufig aufgrund zu geringer Entnahmen eine Erwärmung des Futterstocks zu beobachten. Damit verbunden sind Nährstoffverluste bis hin zum Futterverlust durch Schimmelbildung. Fazit: Zu breit angelegte Silos kosten Qualität.

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